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Insektenfreundliche Industriegebiete

Auf dem Tag der Insekten in Berlin sprach ich über die Möglichkeiten und die Notwendigkeit insektenfreundliche Industrieanlagen zu bauen.
https://www.youtube.com/watch?v=WOhy-Q0mNr8

A-B-C-Architektur: Asphalt, Beton und Cotoneaster sind Hauptgründe für den Verlust biologischer Funktionalität und Vielfalt. Die Grundstücke von Industrie und Handel zeigen meist das fehlende nachhaltige und ökologische Verantwortungsbewusstsein und keine Natursensibilität. Beton, Wellblech, Verbundstoffe und Glas prägen das Bild. Asphalt, Pflaster, Kies und eingeworfene Pflan- zensprenkel bilden das Umfeld.
Mit dem Dienstleistungsangebot von Insect Respect soll das verändert werden. Artenreiche und bunte Fir- mengelände sind die Zukunft; ökologische und integrierte Produktions- und Handelsgrundstücke das Ziel. Die ökosystemaren Dienstleistungen, die eine solche Fläche liefert, sind nicht zu unterschätzen. Hochwasser- rückhalt, Feinstaubbindung, CO2-Kompensation und die Förderung von kostenfreien und unbezahlbaren Diensten durch die Insekten sind sehr wertvoll.

Die fundierte naturschutzfachliche Planung, also die Aus- wahl von Ansaaten, Pflanzen und Strukturelementen, ist eine Aufgabe, die von Fachleuten durchgeführt werden muss. Die Fokussierung auf Optik und Kosten ist jedoch längst nicht mehr zeitgemäß, da die Bedrohungslage durch den Verlust von biologischer Vielfalt längst Aus- maße erreicht hat, die alternativlos für die Einhaltung der 50%-Natur-Ziele sprechen. Die Zusammenführung von Schützenswertem und Nützlichkeit fordert intelligente in- tegrative Lösungen.
Das Produktionsgelände der Zukunft muss multifunk- tionell sein. Schönheit, Schutz und Nutz müssen sich verzahnen. Die Anforderungen der betrieblichen Ge- sundheitsfürsorge können durch attraktive Grünräume gewährleistet werden. Die Produktion von Lebensmit- teln durch vertikale Beete und extensive Weidehaltung schließt die Lücke zur Ernährungssouveränität. Die Dachflächen, die ehemals wertvolle Naturräume waren, müssen zu Lebensräumen werden.

Es ist höchste Zeit, Produktions- und Handelsräume neu zu denken. Vielfalt in allen Bereichen. Verzahnt, vernetzt, nachhaltig und voller Respekt für das Leben.
Philipp Unterweger
06.06.2019 11:30